Dr.med.dent. Gabriel Mohr
Liselotte-Herrmann-Straße 22
07747 Jena

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Ihr Zahnarzt in Jena: Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)


Was ist MIH?

Deutschlandweit leiden etwa 10% der Grundschulkinder an dieser Erkrankung. Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation stellt eine entwicklungsbedingte Erkrankung der Zahnhartsubstanz dar, bei der es bereits vor dem Durchbruch der betroffenen Zähne zu gelblich-bräunlichen bzw. weißlich-cremefarbenen Flecken auf einem oder mehreren bleibenden Backenzähnen (Molaren Abbildung 1) und / oder Schneidezähnen (Inzisivi Abbildung 2 ) kommt.
Die bleibenden Schneidezähne (Inzisiven) sind seltener und meist weniger stark betroffen.
Da sich diese Schmelzbildungsstörung primär bei Molaren und Inzisiven zeigt, hat das Krankheitsbild den Namen Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, abgekürzt MIH, erhalten.
 
Welche Symptome treten auf?

Als Erstes fallen meist ungewöhnliche Flecken auf den Schneidezähnen oder gelblich-bräunliche Verfärbungen auf den Backenzahnoberflächen auf. Der Grad der Verfärbung lässt dabei auf die Intensität der Erkrankung schließen.
MIH führt zu einer schlechteren Schmelzqualität, das heißt der Zahnschmelz wird weich und porös.
Die mechanische Belastbarkeit der Zähne ist deutlich reduziert, es zeigen sich Absplitterungen unterschiedlich großen Ausmaßes. MIH-Zähne sind oft stark temperatur-und berührungsempfindlich.
Die betroffenen Zähne haben ein deutlich erhöhtes Kariesrisiko und müssten meist schon frühzeitig zahnärztlich behandelt werden

Wodurch entsteht MIH?

Durch was MIH hervorgerufen wird ist unklar. Hierbei spielt das Zusammentreffen von mehreren Faktoren eine Rolle.
Unstrittig ist, dass die Zellen, welche den Zahnschmelz bilden, während ihrer aktiven Phase geschädigt werden. Dies geschieht bereits Jahre vor dem Zahndurchbruch und kann prinzipiell schon mit der Geburt des Kindes beginnen.
Hierbei werden insbesondere chronische Erkrankungen des Kindes (vor allem Atemwegserkrankungen), Medikamenteneinnahmen (Antibiotika) sowie Umwelttoxine als mögliche Ursachen diskutiert.

Was kann der Zahnarzt therapeutisch tun?

Der Schweregrad von MIH sollte frühzeitig erkannt werden. Das günstigste Untersuchungsalter zur MIH-Diagnostik beträgt 8 Jahre, da dann i.d.R. alle Molaren und Inzisiven vollständig in der Mundhöhle sichtbar sind. Deshalb empfehlen wir jeden Patienten der Praxis Dr. Mohr und Kollegen in Jena sich in unseren kostenlosen Recallservice eintragen zu lassen.
Bei einer milden Ausprägung der MIH (ohne Zahnhartsubstanzverlust) wird der Zahnarzt den betroffenen Zahn ähnlich wie einen gesunden behandeln und ihn ggf. mit einer Fissurenversiegelung versorgen. Zusätzlich sollte er bei regelmäßigen Kontrollen im Abstand von etwa 3 -6 Monaten einen hochkonzentrierten Fluoridlack auftragen. Beides sind Maßnahmen, die der Kariesprophylaxe dienen.

Ist es bereits zu einem Verlust von Zahnhartsubstanz gekommen, wird der Zahnarzt, abhängig vom Durchbruchzustand des Zahnes und dem Schweregrad des Defektes, eine Füllung aus einem zunächst temporären (z.B. Glasionomerzement) oder direkt definitiven Füllungsmaterial (Komposit) empfehlen.
Von Amalgam ist bei der Versorgung von MIH-Zähnen abzuraten. Der heranwachsende Organismus sollte möglichst keinen zusätzlichen Schwermetallbelastungen ausgesetzt sein.

In sehr schweren MIH-Fällen kann nach Absprache mit einem Kieferorthopäden auch die Entfernung des betroffenen Zahnes mit anschließendem kieferorthopädischen Lückenschluss sinnvoll sein.

Abbildung 1
Abbildung 2