Dr.med.dent. Gabriel Mohr
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07747 Jena

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Pulpitis chronica aperta granulomatosa /Pulpapolyp - Was ist das? Fragen Sie ihren Zahnarzt in Jena


Ein Pulpapolyp ist eine Reaktionserscheinung auf eine chronische Entzündung- Pulpitis des Zahnmarks (Zahnpulpa).
In der Regel entsteht eine chronische Pulpitis durch Kariesbakterien.
In der Pulpa sammeln sich weiße Blutzellen (Leukozyten) zur Entzündungsabwehr. Durch die Bakterien werden die Blutgefäße der Pulpa durchlässiger und die Zellen der Entzündungsabwehr nehmen zu. Liegt eine ausreichende Blutversorgung vor, so kann eine akute Zahnmarkentzündung ( Pulpitis chronica aperta ulcerosa) in eine schmerzarme bis schmerzfreie Entzündung (Pulpitis chronica aperta granulomatosa) übergehen. Aus dem ulzerierenden Gewebe der Oberfläche sprießt Granulationsgewebe und wächst langsam als sich vergrößernde Gewebsmasse durch die Öffnung des Pulpendaches aus der Pulpahöhle in Richtung Mundhöhle hinaus.

Welche Symptome treten auf?

Meist hat der Patient keine Beschwerden, da es sich um einen chronischen und nicht akuten Prozess handelt. Zu erkennen ist eine kariös eröffnete Pulpa mit Polypbildung, ein sogenannter „Fleischhöcker“ (Abbildung 1). In vereinzelten Fällen können beim Kauen Blutungen aus dem Polypen vorkommen.

Pulpapolyp bei einem 8 jährigem Kind


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Pulpapolypen sollten bei Beschwerdefreiheit belassen werden (Abbildung 1). Sie bieten bis zu einer gewissen Größe einen Schutz vor dem Eintreten von Essensresten bei einem geöffneten Milchzahn. Ein Entfernen des Zahns kann vermieden werden. Das betroffene Kind wird nicht dem Stress eine Zahnentfernung unterzogen. Der befallene Milchzahn kann als Platzhalter bis zum natürlichen Zahnwechsel belassen werden.
Sollte der Kariesdefekt beim Milchzahn zu groß sein oder Beschwerden vorliegen, bietet sich als Therapie die Pulpaamputation an. Dabei wird die vitale Kronenpulpa unter Anästhesie bis zu den Kanaleingängen entfernt. Die Wurzelpulpa wird dabei vital erhalten. Bei älteren Kindern kann alternativ der betroffene Milchzahn auch entfernt werden.
Bleibende Zähnen jugendlicher Patienten mit Pulpenpolypen wird ebenfalls eine Pulpaamputation empfohlen. Von einer Wurzelkanalbehandlung im klassischen Sinn ist abzuraten, da bei jugendlichen Zähnen meist das Wurzelwachstum noch nicht vollständig abgeschlossen ist und es somit zu einer hohen Misserfolgsrate bei einer solchen Therapie führen kann. Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich einfach an unser Team Dr. Mohr und Kollegen aus Jena.


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