Dr.med.dent. Gabriel Mohr
Liselotte-Herrmann-Straße 22
07747 Jena

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Ihr Zahnarzt in Jena! Zahnärztlicher Fall: Okklusales Frontzahntrauma


Epikrise

11 jähriger Patient stellt sich im Notdienst mit seinem Vater vor.
Zahn 11 soll wieder “angeklebt” werden.
Vater führt ein kleines Gläschen mit Milch mit sich.

Anamnese
horizontale Schmelz-Dentin-Fraktur im unteren Kronendrittel ohne Beteiligung der Pulpa an Zahn 11
Patient gibt keine Beschwerden an, 11 Vitalität positiv, Perkussion negativ, Lockerungsgrad 0, Parodont unauffällig (blass rosa), keine apikalen Schwellungen oder Fistelungen  erkennbar, gute Mundhygiene. Vorbehandlung durch Hauszahnarzt erkennbar (Pulpenabdeckung mittels Glasionomerzement)
laut Aussage von Vater ist anhand einer Röntgeneinzelzahnaufnahme eines weiteren Behandlers (ebenfalls Notdienst) das Wurzelwachstum nicht abgeschlossen.

Bilder

Frontaufnahme okklusales Frontazhntrauma
verlorenes Stück Frontzahn


Fragen

  1. Wie ist bei Euch die Prognose/Erfahrung bei solchen Situationen?
  2. Bringt das Einlegen von Zahnstücken(!) nicht ganzen avlusierten Zähnen(!) in Milch oder in Zahnrettungsboxen etwas?
  3. Wie rechnet Ihr die Befestigung des Zahnfragments bei Kassenpatienten ab?
  4. Alternativbehandlung zum "Ankleben“ ?


Antworten

  1. Ich habe das Zahnfragment mit Variolink befestigt und der Therapie eine schlechte Prognose gegeben.
  2. Ich halte die Aufbewahrung von Zahnstücken in o.g. Lösungen für fragwürdig.
  3. Ich habe nichts berechnet.
  4. Ich habe mich für eine E-Max Krone mit Ausnutzung des labialen Schmelzanteils ausgesprochen.


Wissenschaftliche Quellen und interessante Internetseite zum Thema Notfallbehandlung

Frontzahntrauma:


Wiederbefestigung des Fragements – Reattachment:

  • Wenn das Zahnfragment beigebracht werden kann und es in Form und Zustand adäquat ist, soll die Möglichkeit der Wiederbefestigung geprüft werden. Fragmente, welche in einem Stück vorliegen, sicher repositionierbar sind, über eine ausgedehnte Adhäsionsfläche und einen günstigen Frakturverlauf verfügen, sollen wieder verwendet werden. Durch lange trockene Lagerung verfärbte Bruchstücke sollen vorgängig während 24 Stunden in Wasser oder Kochsalzlösung rehydrieren (Farik et al. 1999).
  • In vitro Studie an 70 Schaf-Zähnen mit einer 40 Zahn-Kontrollgruppe. Es wurde eine besserer Halt der vitalen Zahnfragmente gegenüber den ausgetrockenen (5 s, 30 min, 1 h, 3 h, 6 h, 12 h, 24h )  Zahnteile festgestellt. Es wird nicht auf den Wirkmechanismus eingegangen. Eine mögliche Erklärung  ist, dass die Kollagenfasern in stehenden Büscheln angeordnet sind , die dann beim Bonden besser "verzahnen". Dehydrierte Kollagenfaser liegen , so dass dieser Verzahnungseffekt nicht sehr stark ausgeprägt ist. (Farik B, Munksgaard EC, Andreasen JO, Kreiborg S. Drying and rewetting anterior crown fragments prior to bonding. Endod Dent Traumatol 1999; 15: 113 – 116)



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